Vegan als Instantprodukt?

Die Kühltheke eines von mir regelmäßig besuchten „Naturkostladens“ schmückt sich mit dem Hinweis „150 vegane Produkte in dieser Theke“.

Ich finde dort veganen Sauerrahm-Ersatz, Frischkäse-Ersatz, vegane Mayonaise, Quark-Ersatz etc, die unzähligen Fleisch-Imitat-Produkte will ich gar nicht weiter erwähnen….

Nebenan im Müsliregal finde ich das ultimative Allesineinem- Super-Müsli. Ballaststoffe, amaranthhaltig, angereichert mit Matchapulver – nur mit heißem Wasser anrühren – fertig!

Daneben das beste Vitalmüsli, natürlich für Sportler. Alles drin- Chiasamen dabei- anrühren- fertig ist das sensationelle Superfood-Frühstück!

Als Hauptgang dann vielleicht die fertig gekochte Kürbis-Ingwersuppe aus dem Schraubglas?

Instant hat den Weg in die Naturkostszene ja schon lange gefunden- aber was hat das noch mit der ursprünglichen Idee zu tun?

Ein Umsteige-Veganer – der benötigt vielleicht zu Beginn Starthilfe auf seinem neuen Weg. Aber braucht er einen Sauerrahm-oder Quark-Ersatz? Vegan zu leben heißt, einen neuen Weg zu gehen, mit meist anderen Wertvorstellungen.

Es ist ein Weg hin zur bewussten Beschäftigung mit der eigenen Ernährung, mit unserer Nahrungsgrundlage.

Umstellung auf vegan ist zu Beginn zeitintensiv – das ist unbestritten. Aber das sorgt dafür, dass wir uns wieder mit unserem „täglich Brot“ beschäftigen – einen Bezug dazu bekommen – und es damit auch wieder schätzen lernen.

Wo bleibt die Hinwendung zum Naturbelassenen, in einer Szene, die regelrecht aufgesogen wird von einem „Ich will auch dabei-Sein- aber nicht selber machen-Boom“?

Wo bleibt die Kreativität, die es braucht, sich eine Alternative zum täglichen Milchprodukte-Allerlei auszudenken? Die Freude, dann endlich etwas kreiert zu haben, was deutlich geschmackvoller – und vor allen Dingen – naturbelassener ist- als die ewig gleiche Salatmayonnaise?

Der Markt folgt dem Trend. Der Markt bedient die Nachfrage. Was bleibt von der ursprünglichen Idee des Veganismus? Veganismus bedeutet Hingabe an die Natur,

Leben im Einklang mit deren Geschöpfen – und Bewusstsein im Umgang mit Ressourcen! Was bleibt davon bei einem solchen Trend?

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